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FB1 TT TU AER

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VfL Frotheim

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TuRa Espelkamp II

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FC Oppenwehe

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TuS Levern

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SV Hüllhorst-Ob.

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TuSpo Rahden

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SV Schnathorst II

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TuS Gehlenbeck II

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BSC Blasheim II

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TuS Dielingen II

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Holsener SV

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TuS Oppendorf

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FC Pr. Espelkamp II

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Türk Espelkamp

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15

TuS Tengern III

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16

OTSV Pr. Oldendorf

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Was macht eigentlich Wilfried Hußmann?

Es gibt wohl kaum einen Fußballer beim VfL Frotheim, der so lange (über 40 Jahre) im Seniorenbereich aktiv gekickt hat, wenn auch am Schluss eher aushilfsweise in der dritten Mannschaft.
Im Verein wurde er nur „Farmer“ genannt, in der Zeitung Hußmann II. Dieses Jahr wird er 70 Jahre und sein letztes Seniorenspiel liegt erst gute zehn Jahre zurück.

Grund genug zu fragen:

„Was macht eigentlich Wilfried Hußmann?“

Sein vor einigen Jahren verstorbener Bruder Willi wirkte ebenfalls lange für den VfL, zunächst als Spieler, zwischendurch auch als Trainer. Dessen Sohn Stephan hat auch erst vor kurzem seine aktive Fußballzeit in der ersten Mannschaft beendet.
Bis 1967 betrieb der „Farmer“ – Nomen est Omen – leidenschaftlich gerne seine Landwirtschaft. Danach arbeitete er 30 Jahre bei Naue und sein Hof lief „nebenher“. So kamen oftmals mächtig lange Arbeitstage zusammen, die eigentlich kaum Zeit zum Kicken ließen. Doch zum Glück gab es ja die Wochenenden…
Gesundheitlich geht es Wilfried heute einigermaßen. An gleich zwei Stellen besteht der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall. Eine lange Narbe ziert seinen Kopf, die er sich vor wenigen Jahren bei einem spektakulären Arbeitsunfall zugezogen hatte. Ein abgesägter und zurückschnellender Ast hatte ihn regelrecht skalpiert und Wilfried entging nur knapp dem Tode. Doch davon hat er sich zum Glück erholt.

Bis auf ein sehr kurzes Isenstedt-Intermezzo spielte er bereits seit 1956 in der Frotheimer Jugend, bevor er 1959 in die Erste kam. Jahrelang galt er als sicherer Elfmeterschütze.
 

vfl-frotheim.de: Bis wann hast du in der Ersten gespielt?

W.H.: Ich war schon über 40, da hab ich in der Ersten noch im Tor gespielt.

vfl-frotheim.de: Warst du immer nur im Tor?

W.H.: Nein, ich habe auch im Feld gespielt. Als wir den Drinkuth hatten, habe ich aber eher im Tor gespielt. Der Radi (Anm.: Heinz-Dieter Kerner) war bei uns auch im Tor, und wenn im Feld jemand fehlte, habe ich dann auf der Position gespielt.

vfl-frotheim.de: Warst du Hußmann I oder Hußmann II?

W.H.: Ich war Hußmann II. Hußmann I war mein Bruder Willi, Hußmann III war Werner.

vfl-frotheim.de: Und sporadisch hast du nach deinem 40. in der II. und III. ausgeholfen?

W.H.: Sporadisch kann man das nicht nennen, dafür war es zu häufig. Wenn ich Sonntagmittags am Suppe essen war, dann riefen sie an oder standen auf dem Hof. Mit 58 habe ich mein letztes Seniorenspiel in der Dritten gemacht.

vfl-frotheim.de: Gab es eigentlich mit deinem Bruder, der ja teilweise Kapitän oder Trainer war, mal Zoff auf dem Platz?

W.H.: Überhaupt nicht. Willi wusste, was ich konnte, das war schon in Ordnung. Obwohl gegen Schnathorst gab es mal einen Vorfall. Wir haben 2:2 gespielt. Es ging um einen Freistoß und Willi war ein guter Freistoßschütze, der konnte die Bälle zum Beispiel gut anschneiden. Aber da hab ich den Ball genommen, hingelegt und reingehauen. Und da war Willi so ärgerlich, aber er konnte ja nicht groß was sagen, denn der Ball war ja drin.

vfl-frotheim.de: Wie heiß wart ihr damals auf Fußball?

W.H.: Fußball war damals alles. Wir haben Fußball gespielt und das war unser Leben. Das kann man mit heute schwer vergleichen, wo die jungen Leute so vielseitige Interessen haben. Nach den Spielen hat die ganze Mannschaft noch in der Kneipe zusammen gesessen und jede Szene und jedes Tor ein paar Mal besprochen. Sogar als die Kinder getauft wurden, haben wir nachmittags Fußball gespielt.
 
vfl-frotheim.de: Vielleicht hat sich da doch gar nicht so viel geändert… Hast du mal was anderes gemacht im VfL als Spieler?

W.H.: Nein, da war gar keine Zeit für da.

vfl-frotheim.de: Kam es oft vor, dass Spieler sonntags betrunken auf dem Platz standen?

W.H.: Alle wollten gewinnen, ich wüsste nicht, dass mal einer besoffen auf dem Platz stand. Und auch den Abend vorher haben wir zurückgehalten, immerhin haben wir auch jahrelang oben mitgemischt.
Ich habe es aber mal erlebt, dass ein Trainer sehr angetrunken zu einem Spiel kam. Das haben wir als Spieler aber erst gar nicht mitgekriegt. Aber wir haben mitgekriegt, dass er zur Seite geschafft wurde, weil er in dem Zustand gar nichts machen konnte.

vfl-frotheim.de: Welche Niederlage ärgert dich noch heute?

W.H.: Ärgerlich war das Entscheidungsspiel gegen Dielingen. Das war so ein bisschen ungerecht uns gegenüber. Wir sind in die Verlängerung reingegangen, da stand es 1:1. Der Heinz Schmalgemeier hatte eine Torchance, der haute den rein. Der Torwart war schon geschlagen. Ein Feldspieler hat sich dazwischen geworfen und hat den Ball mit der Hand abgewehrt, also so wahr wie ich hier sitze. Der Linienrichter hatte die Fahne hoch, hatte gewunken. War ganz klar Hand, der hat den Ball mit der Hand weggespielt. Der Schiedsrichter hat nicht drauf reagiert. Und wir kriegten dann einen Elfmeter gegen uns und die hauten den rein in der Verlängerung und wir hatten 2:1 verloren.
 

VfL1965

 

obere Reihe von links: Hermann Rüter, Willi Hußmann, Wilfried Hußmann, Hermann Hummert, Willi Glöckner

mittlere Reihe: Franz Manske, Werner Hußmann, Karl-Heinz Otte

untere Reihe von links: Horst Janke, Heinz Schmalgemeier, Willi Kronshorst
 

Die 1. Mannschaft beim Pokalspiel in Isenstedt (1965), Endspiel gegen Isenstedt im Pokal. Schiedsrichter Hans Hooymann aus Gehlenbeck konnten den Frotheimer Sieg nicht verhindern, obwohl er 3 Frotheimer vom Platz stellte.

vfl-frotheim.de: Gibt es einen Sieg, den du noch besonders im Kopf hast?

W.H.: In Oberbauerschaft auf dem Katzenbusch haben wir gespielt. Werde ich nie vergessen. Der Radi spielte bei uns im Tor. Ich spielte vorne. Ich glaub, wir haben 4:0 gewonnen. Das 2:0 und das 3:0 habe ich geschossen. Dann kriegte Radi einen Schlüsselbeinbruch. Du konntest damals nicht auswechseln. Dann bin ich ins Tor und die kriegten einen Elfmeter. Den habe ich gehalten. Dann kriegten wir einen Elfmeter. Und den hab ich reingemacht. Und später kriegte Glöckners Willi auch noch einen Schlüsselbeinbruch.

vfl-frotheim.de: Würdest du sagen, die Mannschaft hatte Bezirksligareife?

W.H.: Ja, wir hatten in den 60-ern schon eine sehr gute Mannschaft.

vfl-frotheim.de: Warum hat es für den VfL nicht für die Bezirksliga gereicht, denn ihr wart ja dreimal Zweiter?

W.H.: So ist eben Fußball. Man kann nicht einfach sagen, jetzt steigen wir auf. Da sind schnell mal drei Spiele verloren und die kann man nicht wieder aufholen. Auch in der Saison mit dem Entscheidungsspiel hätten wir das vorher klarmachen können, aber das wird Dielingen auch gesagt haben, dass sie Spiele verloren haben, die sie nicht hätten verlieren dürfen. Das Aufsteigen ist auch heute nicht ganz einfach. Die anderen Mannschaften können auch Fußball spielen.

vfl-frotheim.de: Was sagst du zur aktuellen ersten Mannschaft?

W.H.: Ich freu mich, dass Frotheim wieder da ist. Sie haben auch einen fähigen Trainer. Ich wüsste nicht, dass wir so einen guten Trainer gehabt hatten. Heutzutage wird ja auch schneller Fußball gespielt. Und die Jungs sind richtig fit und spritzig. Es macht schon Spaß, zuzugucken.
 

Hussmann_16.11.66_FP

Wilfried Hußmann, November 1966; rechtes Bild 1970

1970_WilfriedHussmann

vfl-frotheim.de: Gab es damals eigentlich viele Spielerwechsel?

W.H.: Dass Frotheim mal Spieler geholt hat, kam eigentlich nicht vor. Aber von uns wurden regelmäßig welche von anderen Vereinen angesprochen. Glöckners Willi hat zum Beispiel bei Gehlenbeck gespielt. Und die Gehlenbecker, die sind ja auch ein Volk für sich. Die halten zusammen, und wenn da einer von außen kommt, ist das alles gar nicht so einfach. Willi hat dann da in der Bezirksliga gespielt. Und hat er gegen Herford mal drei Tore geschossen, da war er obenauf und wurde akzeptiert. Schoss er keine Tore, dann war er ein fauler Sack. Und Willi war übrigens auch ein fauler Sack. Sein Bruder Heinz war ein Wühler, das war ein Malocher. Willi stand viel, aber wenn der denn loslegte, dann wackelte die Wand. Er konnte Spiel alleine entscheiden. Irgendwann rief er bei mir an, denn wir waren dicke Kumpels, und er sagte: „Wilfried, ich will wieder Frerpen.“

vfl-frotheim.de: Zu welchen Mannschaftskameraden hast du noch Kontakt?

W.H.: Man versteht sich gut, wenn man sich sieht. Ich habe nie groß mit einem Probleme gehabt. An meinem 60. war zum Beispiel die ganze Mannschaft da. Vor kurzem war Jochen Schröter hier zu Besuch.

vfl-frotheim.de: Wer war der beste Trainer, den du hattest?

W.H.: Der Rudi Krause war nicht schlecht. Alfred Stockmann war für die Mannschaft sehr gut. Drinkuth mochte ich als Mensch nicht so gerne, aber als Trainer war er auch gut. Aber im Entscheidungsspiel gegen Dielingen hat er zwei gute Leute nicht aufgestellt, mit denen wir mit Sicherheit gewonnen hätten. Es fehlten mein Bruder Willi und Piewitts Herbert.

vfl-frotheim.de: Welches waren die fünf besten Frotheimer, mit denen du zusammen gespielt hast?

W.H.: Jochen Schröter war ein guter letzter Mann. Piewitts Herbert und Kampschäfers Herbert waren gute Verteidiger. Wir hatten eine sehr gute Hintermannschaft. Meinen Bruder Willi musste man so nehmen, wie er eben war. Wenn er einen guten Tag hatte und wenn er wollte, dann konnte er alles an die Wand spielen, aber im Grunde war er ein sehr guter Fußballer. Eike Mielke war ein brillanter Fußballer für die erste Kreisklasse, bloß er war anfällig für Verletzungen.

 

VfLFrotheim1980_81_b

Aufstiegsfoto von 1981:

oben von links: Trainer Willi Hußmann (†), Karl-Heinz “Charly” Schlottmann, Wilfried Hußmann, Dieter Penning, Wilfried Vortmeyer, Jürgen Oevermann, Eike Mielke, Gerti Wilke, Heinz-Dieter Wilke (†), Betreuer Karl-Heinz Kipka

unten von links: Heiner Schmidt, Heinz Waßmann, Hartwig Brunschütte, Dieter Waßmann, Dieter Loheide

WilfriedHussmann

Wilfried Hußmann im Januar 2011

(Januar 2011)

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