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VfL Frotheim

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TuRa Espelkamp II

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FC Oppenwehe

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TuS Levern

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SV Hüllhorst-Ob.

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TuSpo Rahden

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SV Schnathorst II

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TuS Gehlenbeck II

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BSC Blasheim II

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TuS Dielingen II

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Holsener SV

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TuS Oppendorf

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FC Pr. Espelkamp II

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Türk Espelkamp

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TuS Tengern III

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OTSV Pr. Oldendorf

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Was macht eigentlich Martin Janke?

Der VfL Frotheim sucht seit jeher seine Fußballlehrer gerne im Mindener Raum. Zwischen 1989 und 1993 coachte ein Kutenhausener die erste Mannschaft, die damals in der B-Liga spielte. Auch heute noch hat er im Verein einen hervorragenden Leumund. 18 Jahre, sieben Trainer und eine Liga weiter fragen sich viele:

Was macht eigentlich Martin Janke?

Martin ist inzwischen 58 Jahre alt und seit 2008 Personalratsvorsitzender der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke, wo er auch vorher als gelernter Kaufmann 30 Jahre für den kompletten Verwaltungseinkauf verantwortlich zeichnete.
Als aktiver Spieler kickte er stets bei Todtenhausen bzw. nach der Fusion in den 1960-ern für den SV Kutenhausen-Todtenhausen „horizontal“ bis ins hohe Altherrenalter und „vertikal“ bis zur Bezirksliga. Mit 28 Jahren war er der damals jüngste A-Liga-Coach der Liga (Petershagen), weitere Trainerstationen waren Jugendmannschaften in Leteln und beim SVKT sowie Frotheim und Hille (hier aber nur sehr kurz) im Seniorenbereich. Mit seinem Heimatverein – wer aus dem VfL verstünde es nicht? – fühlte er sich stets verbunden, trainierte zwischendurch die erste Mannschaft und fungierte nebenbei als Sportlicher Leiter, wo immer er gebraucht wurde. Seit mehreren Jahren trainiert er SVKT II, die in der Mindener Kreisliga A gegen den Abstieg spielen.
Hier läuft man sich auch alle 1-2 Jahre über den Weg, wenn es in Testspielen gegeneinander geht.
 

vfl-frotheim.de: Was machst du nach deiner beruflichen Laufbahn?

Martin Janke: Wir haben ein großes Grundstück, da habe ich genug zu tun. Sport natürlich, ist immer ein großes Thema gewesen in meinem Leben. Ob ich dann noch als Trainer arbeiten will, weiß ich nicht. Vielleicht will ich auch einfach nur noch meine Ruhe haben.

vfl-frotheim.de: Wie bist du zum Trainerjob beim SVKT gekommen?

M.J.: Wollte ich eigentlich gar nicht. Aber da wurde ich mehr oder weniger überredet, weil der Trainer damals in der laufenden Saison das Handtuch geschmissen hat vor fünf Jahren. Und mein ehemaliger Betreuer war bei mir zu Hause und fragte: „Was machen wir denn jetzt?“ Und ich sagte: „Komm, dir zu Gefalle mache ich das erstmal. Das hat so viel Spaß gemacht, dass sich das Jahr für Jahr verlängert hat. Ich hab auch für das nächste Jahr zugesagt, weil die Jungs gesagt haben, sie wollen gar keinen anderen. Das bestätigt einen dann ja auch so ein bisschen. Und da mochte ich auch nicht sagen: „Jetzt sucht euch langsam einen neuen.“

vfl-frotheim.de: Wie geht es dir gesundheitlich?

M.J.: Nicht so hundertprozentig. Ich hab Rückenprobleme, Knieprobleme, und ich denke, das sind Spätfolgen vom Fußball. Ich mach jetzt eigentlich so einen klassischen Trainer, der den Jungs sagt, was sie machen sollen. Schade eigentlich.

vfl-frotheim.de: Wie bist du Trainer in Frotheim geworden?

M.J.: Erstmal habe ich hier mit Heinz Waßmann einen Kollegen, mit dem ich zwischendurch immer Kontakt hatte. Und irgendwann bin ich bei Willi Hußmann in der Praxis gewesen zum Einrenken und da hat Willi mich auch noch mal angesprochen. Und so ist der Kontakt entstanden. Dann hatten wir irgendwann einen Gesprächstermin mit Heinrich Hußmann und da passte es von der Chemie und habe drei Tage später zugesagt.

vfl-frotheim: Warum hast du den Verein 1993 verlassen?

M.J.: Ich hatte mir immer gesagt: Vier Jahre sind genug. Wobei wenn ich die Entwicklung im Nachhinein betrachte, muss ich sagen, ich hätte ruhig noch zwei Jahre bleiben können. Dazu kam, dass Kutenhausen in die Kreisliga B abgestiegen war und gerne wieder hoch wollten und mich frühzeitig angesprochen hatten. Und da stand für mich dann fest: Das ist mein Heimatverein, dahin gehe ich zurück. Wenn das nicht gewesen wäre, wäre ich wahrscheinlich noch in Frotheim geblieben.

vfl-frotheim.de: Warum hat es damals nicht für den Aufstieg gereicht?

M.J.: Das lag mit daran, dass Maaslingen damals geschoben hat in der Bezirksliga. Es war ja so, dass Hedem und Preußen runterkamen und der Zweite aus der B-Liga nicht aufstieg (Anm.: Saison 1992/93). Und Löhne-Obernbeck hatte das letzte Spiel gegen Maaslingen verkauft. War sehr schade.
Wir hatten auch Verletzungspech. Die Breite war vielleicht nicht so da. 12-13 Leute waren Kreisliga-A-tauglich, und was nachrücken musste, passte dann noch nicht.

vfl-frotheim.de: Was war das positivste Erlebnis deiner VfL-Zeit?

M.J.: Alles! Das war einfach nur schön in Frotheim und hat richtig Spaß gemacht. Ob das jetzt Vorstand war, ob es Mannschaft war, das Umfeld oder die Zuschauer. Die Kameradschaft der Mannschaft war super, es passte irgendwie alles.

vfl-frotheim.de: Welche fünf Wörter verbindest du mit dem VfL Frotheim?

M.J.: Kameradschaft, Spaß, Freude, Unterstützung, lieb gewonnen.

vfl-frotheim.de: Was unterscheidet den VfL Frotheim vom SVKT?

M.J.: Der VfL ist einfach familiärer, der Zusammenhalt ist größer. Kutenhausen ist jetzt auf jeden Fall leistungsorientierter.

vfl-frotheim.de: Was unterscheidet die Lübbecker von der Mindener Kreisliga A?

M.J.: In ganz großem Maße Geld, weil im Mindener Bereich ganz groß Asche rausgehauen wird.

MartinJanke_US

vfl-frotheim.de: Gibt es große Qualitätsunterschiede?

M.J.: Die Unterschiede liegen sicherlich etwas im spielerischen Bereich, aber ich glaube, dass da so riesige Unterschiede nicht mehr sind. Früher dachten die Mindener, dass sie technisch und taktisch besser sind. Aber das kann ich so nicht bestätigen.

vfl-frotheim.de: Würdest du die These der FLVW-Vorsitzenden bestätigen, dass das Niveau der A-Ligen in den letzten 20 Jahren gesunken ist?

M.J.: Ich kann das nicht bestätigen, dass das schlechter geworden ist. Man spielt ganz anders und das vergessen viele. Heute ist es schneller und kampfbetonter, man hat als Spieler viel weniger Raum und insgesamt sind die Leute heute viel fitter. Man muss sich doch nur mal Spiele der Weltmeisterschaften von 1974 oder 1978 angucken, wie gemütlich das zuging. Und körperlich sind die Mannschaften, die ich trainiere, fitter als ich zu meiner aktiven Zeit. Die sind schneller, die sind ausdauernder und die sind auch körperlich besser drauf als wir das früher waren. Das Spiel insgesamt hat sich verändert. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, das weiß ich gar nicht. Es ist einfach nur anders. Und viele von den Älteren setzen die Maßstäbe, die sie gekannt haben, immer an für heutige Spiele. Ich glaube, dass es heute genau so viele gute Techniker gibt wie früher, die können sich nur nicht mehr so gut durchsetzen.

vfl-frotheim.de: Vor allem gab es weder die Rückpass- noch die Drei-Punkte-Regel.

M.J.: Genau, du konntest nach 1:0-Führung dir die ganze Zeit mit dem Torwart den Ball zuschieben. Das war natürlich ’ne tolle Sache.
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MJankeAufstellung

Akkurat hat Martin Janke zwei Jahre lang eigene Mannschaftsaufstellungen und die Zeitungsausschnitte eines jeden Spieltags gesammelt, ausgeschnippelt, zusammengeklebt und für seine Spieler kopiert. Wie bringt man das nur mit einem Job in der Kreisverwaltung nur unter einen Hut? Der Zeitaufwand hat sich in jedem Fall gelohnt, denn zwischendurch ziehen viele damalige Spieler ihre Kladde zum Schmökern aus dem Regal.

Mannschaftsfoto_92-93

Mannschaftsfoto von 1992:

obere Reihe von links: Betreuer Karl-Heinz Kipka, Achim Stierle, Rainer Wilhelmy, Dieter Waßmann, Peter Riechmann, Jörg Brammeier, Carsten Hafer, Trainer Martin Janke

untere Reihe von links: Stephan Hußmann, Volker Waßmann, Michael Kütemann, Stefan Rose, Dirk Baganz, Wolfgang Piewitt, Frank van Beek

vfl-frotheim.de: Ist die Spielklassenreform (Anm.: u.a. betreffend die Zusammenlegung der Fußballkreise Lübbecke und Minden) eigentlich in Minden ein Thema?

M.J.: Also ich habe es jetzt das erste Mal in der Zeitung gelesen. Die Fußballer meinen immer, alles muss für 100 Jahre Bestand haben. Beim Handball ist das schon jahrelang so, dass die Vereine auch auf Kreisebene gegeneinander spielen. Ich würde sagen, das hebt die Qualität ein bisschen. Ich sehe da nichts Negatives drin, ich glaube aber, dass diese alteingesessenen Kreisvorsitzenden ihre Pfründe verteidigen werden bis zum letzten Blutstropfen. Was schade ist!

vfl-frotheim.de: Außer vielleicht die Entfernungen, wenn Wasserstraße gegen Börninghausen spielt oder Dielingen gegen Porta-Holzhausen.

M.J.: Aber wenn man die Entfernungen sieht, die in Niedersachsen zurückgelegt werden müssen, da sind wir noch gut dran.

vfl-frotheim.de: Wieso spielt der SVKT II gegen Abstieg und warum schafft ihr trotzdem den Klassenerhalt?

M.J.: Wir schaffen es trotzdem, weil wir jetzt so eine gute Kameradschaft haben, dass das klappt. Wir haben vier junge Leute einbauen müssen, die jetzt soweit sind, dass sie Kreisliga-A-Niveau langsam erreichen. Und wir haben einen sehr dünnen Kader. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft. Und wenn ich dann noch zwei Leistungsträger abgeben musste, dann wurde es kritisch. Und uns fehlt einer, der kontinuierlich 15 Tore macht.

vfl-frotheim.de: Wer wird aufsteigen?

M.J.: Wulferdingsen, denn die sind am spielstärksten und es steckt das meiste Geld dahinter.

vfl-frotheim.de: Verfolgst du noch, was in Frotheim passiert?

M.J.: Klar, die Ergebnisse gucke ich mir schon sonntags im Internet an. Und ich hoffe, dass es der VfL schafft, oben dran zu bleiben. Obwohl, in der Bezirksliga würde es ja hartes Brot werden.

vfl-frotheim.de: Wer waren die fünf besten Frotheimer Spieler zu deiner Zeit?

M.J.: Vom Potential her Michael Kütemann, Stephan Hußmann und Stefan Rose und für den Mannschaftsgeist Rainer Wilhelmy und Achim Stierle.

vfl-frotheim.de: Regst du dich über Schiedsrichterentscheidungen auf?

M.J.: Zur Frotheimer Zeit ja, in der ersten Zeit bei SVKT auch, aber heute bin ich ruhiger geworden.

vfl-frotheim.de: Was muss ein Spieler machen, damit du richtig sauer wirst?

M.J.: Was mich richtig sauer macht, wenn jemand offensichtlich versucht, jemanden zu verletzen. So was gehört nicht auf den Platz und ich würde so jemanden nicht spielen lassen.

vfl-frotheim.de: Was verschafft dir als Trainer Zufriedenheit?

M.J.: Wenn das umgesetzt wird, was ich mir überlegt habe. Und wenn es letztendlich Erfolg bringt für die Mannschaft.

vfl-frotheim.de: Was für Musik hörst du?

M.J.: Alles, bin aber kein Oldie-Hörer. Ich höre viel 1Live und Enjoy, obwohl die eigentlich nicht meine Altersklasse bedienen.

vfl-frotheim.de: Was wärst du als Schachfigur?

M.J.: Springer, weil ich viel Raum brauche.

vfl-frotheim.de: Bayern München oder Schalke?

M.J.: Schalke.

vfl-frotheim.de: Cola oder Bier?

M.J.: Bier.

vfl-frotheim.de: Buch oder Fernseher?

M.J.: Buch.

vfl-frotheim.de: Kreisliga- oder Landesligatrainer?

M.J.: Kreisliga, ich hätte ein Problem mit dem Zeitaufwand und dem Bezahlen der Spieler. Auch das ist unterer Amateurbereich und wird heute viel zu hoch bewertet.
 

MartinJanke

(Januar 2011)

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Eine idyllische und entspannte Homer- und Pflanzen-Büroatmosphäre mit Blick auf Bäume, die Figur und das Gesicht sind bis auf den abrasierten “80er-Jahre-Porno-Balken” gleich geblieben: Danke Martin, und weiterhin alles Gute!