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VfL Frotheim

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TuRa Espelkamp II

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FC Oppenwehe

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TuS Levern

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SV Hüllhorst-Ob.

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TuSpo Rahden

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SV Schnathorst II

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TuS Gehlenbeck II

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BSC Blasheim II

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TuS Dielingen II

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Holsener SV

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TuS Oppendorf

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FC Pr. Espelkamp II

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Türk Espelkamp

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TuS Tengern III

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OTSV Pr. Oldendorf

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Was macht eigentlich Eike Mielke?

Zwölf Jahre spielte er in der Ersten, drei Jahre war er als Jugendtrainer tätig, lange hat man ihn am Sportplatz schon nicht mehr gesehen. In zahlreichen Gesprächen mit Frotheimern verschiedenster Jahrgänge fällt sein Name immer wieder, wenn man über alte VfL-Zeiten spricht. Grund genug, mal nachzufragen:

“Was macht eigentlich Eike Mielke?“

Das unten stehende Interview ist übrigens die stark gekürzte Fassung eines interessanten, informativen, lockeren und sehr lustigen Gesprächs, das fast 2 ½ Stunden dauerte und in dem es nicht nur um Fußball ging.

Eike ist heute 51 Jahre und arbeitet seit 21 Jahren bei Naue als Industriekaufmann. Er ist verheiratet und hat eine 17-jährige Tochter, die sich bei den Flash-Light-Girls des VfL Frotheim engagiert. Als gebürtiger Frotheimer („Keller-Eike vonne Kellen“) durchlief er sämtliche VfL-Jugendmannschaften und wurde bereits mit 17 in die „Erste“ berufen (1975). Seine Laufbahn beendete er im besten Fußballeralter (29), als seine Mutter 1987 starb, er in sein Elternhaus zog und sich dort u.a. um die Landwirtschaft und das riesige Haus kümmern musste.
 

vfl-frotheim.de: Welche Hobbys hast du?

Eike Mielke: Mein Job ist sehr zeitaufwändig, auch mit Arbeit an Samstagen. Wenn ich dann mal frei hab, bin ich durchgängig zu Hause. Und wenn du das ganze Haus halbwegs in Schuss halten willst, bist du schon gut beschäftigt. Und Zeit für die Familie will ich auch haben.


vfl-frotheim.de: Wie geht es dir gesundheitlich?

E.M.: Ich bin soweit in Ordnung.


vfl-frotheim.de: Hast du nicht mit deinen Knochen zu deiner aktiven Zeit Probleme gehabt?

E.M.: Ja, ewig. Ich hab permanent Leistenzerrungen gehabt oder Oberschenkelzerrungen. Permanent. Da habe ich oft 10 bis 15 Spiele pro Saison verpasst.


vfl-frotheim.de: Warst du mal Jugendtrainer oder im Vorstand?

E.M.: Ja, ich habe drei Jahre lang die A- und B-Jugend gehabt. Das war unter anderem mit Volker Waßmann, Achim Hagemeyer, Volkmar Krato und Carsten Hafer. Wir sind damals Kreismeister geworden. Es hat mir auch richtig Spaß gemacht, aber der Zeitfaktor spielte damals auch schon eine große Rolle. Ich bin mit meinem Golf damals 30.000 Kilometer im Jahr gefahren und ganz viel davon waren Fahrten, die mit dem VfL zu tun hatten. Manche Spieler (Anm.: anonymisiert) musste man jeden Sonntagmorgen aus dem Bett holen. Und dann konnten die immer noch nicht gucken.

NW_26.5.86

Hier ein Zeitungsausschnitt aus der NW vom Mai 1986, als die A-Jugend, trainiert von Eike, eine Aufstiegsrunde für sich entscheiden konnte.

vfl-frotheim.de: Welche Position hast du gespielt?

E.M.: Lange Zeit im offensiven Mittelfeld, aber oft auch letzter Mann.


vfl-frotheim.de: Was schätzt du, wie viele Tore du für den VfL geschossen hast?

E.M.: Auf jeden Fall hab ich jeden Elfmeter geschossen. Und auch Freistöße. Insgesamt vielleicht 10 Tore pro Saison.
Dem Friedhelm Bölk, der damals bei den Isenstedtern im Tor stand, hab ich in Isenstedt mal vier Dinger gedrückt. Und dann spielten wir nicht viel später in Espelkamp gegen Isenstedt und kriegten einen Freistoß. Ich hab mir den Ball hingelegt und wollte gerade anlaufen, da guckt Friedhelm Bölk rüber und geht aus dem Tor raus, stellt sich außen an den Pfosten (lacht). Dann pfiff der Schiri und ging Richtung Bölk und fragte, was los ist. Und der rief dann ganz laut: „Eike, lohnt dat heute?“ Dann stellt er sich in die Kiste und ich hab den Ball mit Schmackes getroffen. Aber wo geht er hin? Mitten aufs Tor und Fitti Bölk durch die Beine.


vfl-frotheim.de: Wie viele rote Karten hast du kassiert?

E.M.: Das sag ich dir jetzt nicht. Aber ich hab sehr viel gemeckert. Die anderen darfst du gar nicht fragen. In einer Saison bin ich zweimal runter geflogen. Man hilft der Mannschaft zwar nicht weiter, aber es gibt Situationen, wo man sich nicht alles gefallen lassen darf. Manchmal wollten es Schiedsrichter auch. In Spielen, in denen Strunk oder Korten gepfiffen haben, ist eigentlich immer ein Frotheimer gegangen.

Eike_01

vfl-frotheim.de: Welches positive Erlebnis fällt dir zu deiner aktiven Zeit ein?

E.M.: Wir haben in der A-Jugend den letzten Amtspokal (Anm.: mit Frotheim, Isenstedt, Gehlenbeck und Nettelstedt) vor der Gebietsreform gewonnen. Das war in Isenstedt und ich weiß nicht, wie viele hundert Zuschauer da in der alten Kuhle waren. Damals knirschte es in den Derbys noch so richtig. Da kriegte der Isenstedter Karl-Heinz Böker die rote Karte und wir gewannen das Endspiel mit 5:1.
Und eins fällt mir noch ein. Als ich 17 war, sind wir mit der Berufsschulmannschaft von der Kreisberufsschule Lübbecke Ostwestfalenmeister geworden. Wir haben da eine Bombenmannschaft gehabt. Nachdem wir in Paderborn das Endspiel gewonnen hatten, hieß es: „Dieter (Anm.: Dieter Herlein, spielte u.a. bei RW Essen und Fortuna Köln, vorher auch bei Arminia Bielefeld mit Norbert Eilenfeldt, Lorenz-Günther Köstner, Frank Pagelsdorf und Wolfgang Pohl; er war Klassenkamerad von Eike), Eike, mitkommen! Ich meld’ euch an, Probetraining bei Arminia Bielefeld.“ Und dann – wir waren 17 – brauchte man die Einverständniserklärung der Eltern. Dieter Herlein hat seinen Zettel mit nach Hause genommen und ihn wieder gebracht und hat nach nur einem Probetraining in der A-Jugend von Arminia Bielefeld gespielt. Und ich bin mit meinem Zettel nach Hause gekommen, guckt unsere Mama mich an. „Tja“, sagte sie, „deine schulischen Leistungen sind absolut nicht ausreichend, als dass ich dir das Ding unterschreibe“.

Eike_03

auf dem linken Bild ist Eike Mielke mit 17 Jahren zu sehen, rechts zählt Eike 19 Lenze

Eike_1977

vfl-frotheim.de: Bedauerst du das mit dem verpassten Probetraining?

E.M.: Ja, absolut. Ich war Kapitän und Libero von dieser Truppe und hatte einen richtig guten Lauf.


vfl-frotheim.de: Welches negative Ereignis/Erlebnis fällt dir zu deiner aktiven Zeit ein?

E.M.: Ich bin zweimal abgestiegen. Vor allem der erste Abstieg (Anm.: 1979/80) war völlig unnötig. Da sind wir gestartet mit 0:12 Punkten. Die ersten sechs Spielen haben wir alle – und du kannst dir nicht vorstellen, wie blöd – mit einem Tor Unterschied verloren. Und die Tore haben wir fast immer in den letzten fünf Minuten kassiert. Und wenn man vorne an den Pfosten schießt, dann springt er raus. Hinten geht er dann aber rein.
Ein weiteres negatives Erlebnis war das Aufhören auf diese Art und Weise (Anm.: Eike hat nach dem Tod seiner Mutter kein Spiel mehr in der Ersten gemacht.). Ich hätte sonst schon noch ein bisschen weiter gemacht.


vfl-frotheim.de: Woran hat es gelegen, dass der VfL in deiner Zeit zweimal abgestiegen ist.

E.M.: Der erste Abstieg hätte nie passieren dürfen. Die Mannschaft war stark genug, da haben wir ehrlich Pech gehabt. Beim zweiten Mal fehlte auch ein bisschen Qualität.


vfl-frotheim.de: Gibt es eine erzählenswerte Anekdote aus deiner Fußballerzeit?

E.M.: Wir hatten ein Flutlichtspiel bei schlechter Sicht und ziemlich viel Matsch. Hammer (Anm.: Hartwig Brunschütte) war im Tor und er war ziemlich gut und eigentlich konnte man die Gegner ruhig schießen lassen, Hammer hatte sie sowieso. Dann schoss einer von 18 Metern, den hab ich schießen lassen, und der Schuss war so langsam, dass eigentlich nichts passieren konnte. Dann trudelte der Ball in Richtung der einen Ecke und Hammer ging in die Hocke. Und auf einmal schmeißt er sich noch. Aber der Ball war drin. Dann geht er auf allen Vieren und patscht mit seinen Torwarthandschuhen im Schlamm rum. Ich frage: „Hammer, was ist? Was hast du?“ „Ich hab meine Kontaktlinsen verloren…Aber hast du das Scheißding gesehen?“

Und ich kann mich an ein wunderschönes Eigentor von Heinz Glöckner erinnern, der den Ball ganz locker Richtung Hammer schießen wollte. Leider hat er ihn über Hammer hinweg ins Tor gelupft. 


vfl-frotheim.de: Hast du noch Kontakt zu alten Mannschaftskameraden oder sonstigen Frotheimern?

E.M.: Ich habe noch viel Kontakt zu Hammer, Waßmanns Dieter und Pennings Dieter. Außerdem zu Heinz Waßmann, Charly Schlottmann ab und zu, vor seinem Tod Didi Wilke, auch Bothen Dieter.


vfl-frotheim.de: Was hat dir in der Mannschaft immer am besten gefallen?

E.M.: So großartige Quertreiber gab es nicht. Ich finde, über den Mannschaftssport als solchen lernt man erstmal richtig intensiv soziales Verhalten. Und heute wenn man viele Menschen kennen gelernt hat, kann ich gut erkennen, ob einer Mannschaftssport betreibt.


vfl-frotheim.de: Was verbindest du mit dem „VfL Frotheim“?

E.M.: Kneipe (lacht), nein, Bekanntschaften würde ich noch vor der Kneipe sehen. Es sind Bekanntschaften entstanden, weit über die aktive Zeit hinaus. Wir haben immer einen guten Vorstand gehabt. Wie das heute ist, mag ich nicht bewerten, aber als ich gespielt habe, haben die sich immer gut um uns gekümmert. Ich habe außerdem diesen Teamgeist gemocht. Ich hab mich immer ziemlich wohl gefühlt.
 

Eike_1981

Eike 1981

vfl-frotheim.de: Man sieht dich fast nie beim Sportplatz. Verfolgst du noch das, was heute beim VfL passiert?

E.M.: Keine Zeit. Nein, keine Zeit stimmt nicht, aber die wenige Zeit, die ich habe, verbringe ich sonntags mit meiner Familie. Aber ich habe natürlich mitgekriegt, dass ihr gerade aufgestiegen seid.


vfl-frotheim.de: Bist du noch sportlich aktiv?

E.M.: Nein.


vfl-frotheim.de: Welches waren die fünf besten Frotheimer, mit denen du zusammen gespielt hast?

 

E.M.:
1. Meyhoffs Heinz-Gerd, der hat vorne gespielt und er hatte eine unheimlich gute Technik. Er hat auch viele Tore gedrückt.
2. Glöckners Willi, auf seine Art vorne ziemlich unerreicht.
3. Wer noch unglaublich gut war, war Wilfried Hußmann, und zwar nicht nur im Tor, sondern auch auf dem Feld.
4. Im Tor war Hammer eine richtige Granate.
5. Ein sehr starker Spieler, war Dieter Loheide, der von Preußen zu uns kam.


vfl-frotheim.de: Und wer war dein bester Trainer?

E.M.: Alfred Stockmann war ein sehr ordentlicher Trainer und auch menschlich okay.


(Juli 2009)


Anm. von vfl-frotheim.de: Hoffentlich gehen die ganzen alten Geschichten und Erinnerungen nicht alle verloren. Bitte aufschreiben und/oder drüber sprechen!
 

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