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FB1 TT TU AER

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VfL Frotheim

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TuRa Espelkamp II

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FC Oppenwehe

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TuS Levern

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SV Hüllhorst-Ob.

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TuSpo Rahden

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SV Schnathorst II

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TuS Gehlenbeck II

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BSC Blasheim II

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TuS Dielingen II

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Holsener SV

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TuS Oppendorf

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FC Pr. Espelkamp II

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Türk Espelkamp

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TuS Tengern III

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OTSV Pr. Oldendorf

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Was macht eigentlich Markus Wagner?

Markus Wagner ist heute 44 und wohnt mit seiner Familie – er ist verheiratet und hat einen Sohn – in Bad Oeynhausen. Dort ist er auch als Unternehmer tätig.
Querelen und negative Berichterstattung gab es bis vor einigen Jahren aufgrund seines politischen Engagements in der Partei Rechtsstaatlicher Offensive, damals besser bekannt als „Schill-Partei“. Aus dieser trat er vor etwa zwei Jahren aus. Immerhin hat es dazu zu einem Artikel bei Wikipedia gereicht (Wikipedia zeigt mich, also bin ich!).

Markus war dereinst 2 ½ Jahre Trainer der Frotheimer „Ersten“. Er übernahm die Mannschaft, die seinerzeit in akuter Abstiegsgefahr schwebte, in der Halbserie 1994/95 von Rolf Oestreich. Leider konnte die Kreisliga A in dem Jahr nicht gehalten werden (s. Die „Erste“ früher), aber im Jahr darauf wurde der sofortige Wiederaufstieg geschafft. Wiederum eine Spielzeit später wurde der 7. Platz in der Liga erreicht (das beste Resultat der letzten 30 Jahre) und das Hallen-Masters in Hüllhorst gewonnen, ehe es Markus zum FC Lübbecke zog.

In der Mannschaft und im VfL allgemein genoss er nicht nur aufgrund seiner Geradlinigkeit, Zuverlässigkeit und seines Fußballsachverstandes einen guten Ruf. Als waschechter Bajuware – unvergessen seine „Aloysius“-Performance auf bayerisch während der Mannschaftsfahrt 1997 – konnte er auch „neben dem Spielfeld“ hervorragend mithalten.
Selbst nach seiner Zeit als Trainer blieb er dem Verein treu. Er spielte jahrelang (zumindest sporadisch) in der Altherrenmannschaft des VfL. Es bestehen immer noch lose und feste Kontakte.

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vfl-frotheim.de: Was macht deine politische Laufbahn?

Markus Wagner: Liegt mangels für mich annehmbarer politischer Alternativen auf Eis und beschränkt sich auf den Einsatz im Vorfeld politischer Parteien.


vfl-frotheim.de: Wie geht es dir heute gesundheitlich?

MW: Abgesehen davon, dass mir gerade der Weisheitszahn gezogen wurde, bin ich gesund und munter.

 
vfl-frotheim.de: Kommen wir zum Sportlichen: Du warst zwischen 1995 und 1997 Trainer in Frotheim, danach hast du noch einige Zeit in der Altherrenmannschaft gespielt.
Was fällt dir noch zu deiner VfL-Zeit als Trainer ein?


MW: Eine sehr schöne Zeit voller Kameradschaft und von Erfolg gekrönt. Hat ’ne Zeit gedauert, bis sich die Mannschaft mit mir zusammengerauft hat - oder war’s umgekehrt? Dann lief’s aber umso besser und der Lohn war der Aufstieg und der anschließende 7. Platz in der A-Liga.


vfl-frotheim.de: Warum warst du nicht länger Trainer in Frotheim als zwei Jahre?

MW: Aus meiner Sicht hatte ich sportlich das für mich machbare Maximum erreicht und daher habe ich mich an den klugen Spruch erinnert: „Man soll gehen, wenn es am schönsten ist.“


vfl-frotheim.de: Hast du irgendwann den Entschluss bereut, zum FC Lübbecke zu wechseln?


MW: Jede Erfahrung macht einen reicher. Auch negative. Von daher wäre der Begriff ‚bereut’ sicher nicht korrekt. Ein Fehlgriff war es schon und meine erste und einzige Entlassung während einer Saison. Teile der Mannschaft kamen mit meinem Stil nicht zurecht und der Rückhalt von Teilen des Vorstands war mangelhaft. Ich hingegen habe es damals versäumt zwei Spieler rechtzeitig an die frische Luft zu setzen und ich habe den Fehler gemacht, in Lübbecke eine Mentalität vorauszusetzen, wie sie in Frotheim üblich war. Offenheit, Ehrlichkeit und mal was wegstecken können. Jungs vom Land eben, die sich nicht unterkriegen lassen. Letztlich hat mein Nachfolger den Tabellenplatz erreicht, den ich ihm bei meinem Abschied übergeben habe: Klassenerhalt.


vfl-frotheim.de: Was war dein einprägendstes positives Erlebnis in deiner Frotheim-Zeit?

MW: Da gibt es vieles. Aber unter anderem ist mir das Gespräch mit dem Vorstand in Erinnerung geblieben, das zu meinem Engagement führte. Unkompliziert, trinkfest, fröhlich. Nach 20 Minuten war alles unter Dach und Fach und ich konnte gegenüber der wartenden Mannschaft meine Antrittsrede halten, die dem Vernehmen nach einige bis heute nicht vergessen haben. Ich dachte mir als Oeynhausener: „Wagner, jetzt biste hinterm Berge auf’m Land“! Wie positiv dieses „Auf-dem-Land-sein“ für meinen Stil eine Mannschaft zu führen war, sollte ich erst später merken.


vfl-frotheim.de: Was war das größte Negativ-Ereignis?

MW: Natürlich der Abstieg in die B-Liga. Ich hatte die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz übernommen und nach anfänglichen Problemen kämpften wir uns heran, hatten den Klassenerhalt vor Augen und mussten trotzdem am allerletzen Spieltag in den Abstieg einwilligen. Das hatte einen bitteren Nachgeschmack, zumal das Spiel unseres damaligen Konkurrenten Hüllhorst deutlich später begann als unseres und es damit die theoretische Möglichkeit gab jederzeit auf unsere Zwischenstände reagieren zu können (Anm.: zum Zeitungsartikel)- Wir waren damals alle sehr frustriert, aber ich wusste da schon, wir kommen wieder. Kamen wir auch und hatten dabei das Glück, das uns beim Abstieg gefehlt hat.


vfl-frotheim.de: Gibt es eine erzählenswerte Anekdote aus deiner Zeit in Frotheim?

MW: Wir waren auf Mannschaftsfahrt irgendwo im Emsland. Mir muss die Fahrt besonders gut gefallen haben. Nicht nur, dass ich ausgezeichnet gebosselt habe und mein Team den Sieg davontrug, nicht zuletzt durch meine schon magisch zu nennenden Würfe. Den Abend vor der Heimfahrt habe ich kräftig gezaubert. Am nächsten Morgen gelang es der kompletten Mannschaft nicht mich wach zu kriegen. Als ich dann aufwachte, stellte ich ebenso erstaunt wie empört fest, dass der Bus ohne mich gefahren war. Per Taxi und Bahn trat ich schließlich den Rückweg zum Vereinslokal an, wo sich dann bewahrheitete: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“.

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Wir haben Markus als Menschen erlebt, der sich nach ehrlicher und getaner Arbeit Genussmitteln unterschiedlicher Art hingeben konnte...

vfl-frotheim.de: Du warst in der Mannschaft berüchtigt dafür, nie Geld mitzuhaben, wenn Kassierer Achim Stierle einsammeln wollte und berühmt dafür, nie Duschgel nach dem Training dabei zu haben. Hat sich daran etwas geändert?

MW: Ich war auch noch berüchtigt dafür, nie Zigaretten mitzuhaben. Mit dem Geld geht’s so. Immerhin habe ich heute immer Kreditkarten dabei, was Achim seinerzeit wohl auch nicht geholfen hätte. Andererseits bin ich heute davon überzeugt, dass dieser Eindruck nur deshalb zustande kommen konnte, weil Achim immer zum falschen Zeitpunkt eingesammelt hat. Eigentlich hatte ich doch sonst immer was mit.... Ich muss aber sagen dass ich nie was schuldig geblieben bin, kam dann eben nur etwas später. Duschgel? Ich bin mittlerweile Torwarttrainer bei der II. Mannschaft des FC Bad Oeynhausen. Ich glaube, da hatte ich auch noch nie Duschgel dabei, aber immer sehr entgegenkommende Kameraden, die mir gerne aushalfen. Hoffentlich lesen die das jetzt nicht.


vfl-frotheim.de: Welche fünf Wörter verbindest du mit dem VfL Frotheim?

MW: Kameradschaft, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Kampfgeist, Zuverlässigkeit.


vfl-frotheim.de: Verfolgst du noch das, was in Frotheim passiert?

MW: So gut es von hier aus geht. Ich denke, dass der Verein auf einem sehr guten Weg ist. Die Ergebnisse der A-Jugend der letzen beiden Jahre haben gezeigt, dass sich was bewegt und das scheint jetzt auch auf die erste Mannschaft durchzuschlagen. Am wichtigsten ist aber – und das kann ich dem VfL nur raten: Bleibt euch immer selbst treu. Zu meiner Zeit spielte man beim VfL, weil man dort spielen wollte und nicht des Geldes wegen. Ich bin mir sicher, dass das heute auch noch so ist und so sollte es auch bleiben.


vfl-frotheim.de: Bist du noch sportlich aktiv?

MW: Ich fördere den FC Bad Oeynhausen, bin dort Torwarttrainer der II. Mannschaft, was meine Zeit geradeso zulässt, sponsere die III. Mannschaft ein wenig und werde bald den Spielbetrieb in der dortigen Altherrenmannschaft aufnehmen.


vfl-frotheim.de: Erstelle bitte eine Top-Five-Liste der besten dir bekannten Frotheimer Fußballer mit kurzer Beschreibung.

MW: Schwierig, aber ich versuch’s mal.
1. Stefan Rose, Mittelfeldstratege, technisch sehr stark mit großer Übersicht und torgefährlich.
2. Lars Jedamski, Mittelfeldmotor und Linksfuß. Fast überall einsetzbar, mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld und bis heute einer meiner besten persönlichen Freunde.
3. Achim Stierle, als Libero immer zuverlässig, als Kapitän immer loyal mit der Fähigkeit zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu sagen. Noch dazu torgefährlich und wesentlich schneller, als man es ihm zugetraut hätte.
4. Martin Niemeyer, wirkte zunächst ungelenk und taktisch desorientiert. Hatte anfänglich einen schweren Stand bei mir. Aber anstatt zu schmollen, zeigte er, was in ihm steckt. Ein richtig starker Stürmer, der seinen Körper gezielt einsetzen konnte und sehr kopfballstark war. Noch dazu mit einer jungenhaften Fröhlichkeit, gepaart mit seiner Autorität die Seele der Mannschaft.
5. Stephan Hußmann, war der erste der mein angestrebtes Spielsystem kapiert hat, wenn ich von Lars Jedamski absehe. Als der Knoten dann geplatzt war, spielte er seine Variabilität im Mittelfeld voll im Sinne des Systems aus, das man grob als eine Art 3-3-3-1 mit Libero beschreiben kann, bei dem den Außen eine ganz besonders wichtige Funktion zukam.


vfl-frotheim.de: Du hast das geschafft, wovon viele Menschen insgeheim träumen: Über dich gibt es einen Artikel bei Wikipedia, bei dem es sich hauptsächlich um deine politische Karriere dreht. Wenn du es dir noch einmal aussuchen könntest, für was sollte es einen Wikipedia-Artikel von dir geben:
    a. Deine Karriere als großer Fußballtorwart
    b. Deine Karriere als erfolgreicher Fußballtrainer
    c. Du bist zufrieden, so wie es jetzt ist
    d. Irgendetwas anderes?


MW: Zufrieden wäre ich, wenn mein Name in dem politischen Zusammenhang auftauchen würde, dass es mir an maßgeblicher Stelle wirkend gelungen sei, ein politisches Projekt zu etablieren, welches das durch eine sozialdemokratisierte CDU entstandene politische Vakuum ausfüllt und es nunmehr auch in Deutschland das gibt, was in nahezu allen europäischen Ländern selbstverständlich ist: Eine demokratische, extremismusfreie Partei rechts der Mitte. Denn jeder weiß, dass ein Adler, der nur einen Flügel hat, nicht fliegen kann.
 

vfl-frotheim.de: Hast du ein Abschlusswort?

MW: Danke für die wunderschönen Jahre beim VfL!

(Januar 2009)

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